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::: Nach einem oft enttäuschenden Jahr geht Alex Zülle mit neuer Motivation und großen Zielen in die Saison 2004, wie er eurosport.de verriet. Nach dem Ende von Coast und dem Wechsel zu Phonak konnte der Schweizer die Erwartungen nicht immer erfüllen. Doch sollte man den 35-Jährigen keinesfalls abschreiben: Er will für Phonak noch einige Siege holen und vielleicht auch bei der Tour starten. Sie starten in Ihre inzwischen 14. Profi-Saison: Setzt man sich mit soviel Erfahrung noch ganz konkrete Ziele oder lässt man alles eher auf sich zukommen? Man hat schon immer noch klare Ziele, anders geht es gar nicht. Schließlich muss man sich auch im langen und harten Training immer wieder neu motivieren. Ich habe schon einige Rennen im Kopf, bei denen ich vorne dabei sein möchte. Kann man von denen zumindest einige schon verraten? Ein Ziel ist auf jeden Fall die Tour de Romandie, für mich als Schweizer und natürlich auch den Sponsor ein ganz wichtiges Rennen. Die Rundfahrt liegt mir eigentlich gut und ich war jetzt zweimal Zweiter - das würde ich in diesem Jahr gerne besser machen. Ein anderer Höhepunkt ist für mich die Tour de Suisse. Die habe ich auch erst einmal in meiner Karriere gewonnen, da würde mir ein zweiter Sieg durchaus gefallen. Ist durch die Verpflichtung von Hamilton und Sevilla der Druck auf sie nicht mehr ganz so groß? Auf jeden Fall. Die Verantwortung liegt jetzt auf mehreren Schultern, es sind nicht immer Camenzind und Zülle, auf die sich alles konzentriert - gerade auch seitens der Medien. Ich kann ruhiger in manche Rennen gehen, was nicht heißt, dass der Ehrgeiz geringer ist. Wenn die Form stimmt, übernehme ich weiter Verantwortung, ganz klar. Sie haben häufig schon sehr früh in der Saison bei Rennen in Spanien oder Portugal Erfolge gefeiert: Wie ist den die Form mit Blick auf die ersten Starts in dieser Saison? Ich bin schon ziemlich gut drauf. Weil ich bei der Vuelta ausgestiegen bin, konnte ich früher als sonst mit der Vorbereitung auf diese Saison beginnen. Ich hoffe, das zahlt sich aus und ich kann bei den ersten Rennen schon einiges zeigen. Zumindest im Vergleich zum Vorjahr sieht alles sehr viel besser aus, damals hat mich der Ärger mit Coast doch belastet - jetzt konnte ich auch mit freiem Kopf trainieren. Eigentlich wollten Sie ja nach ihrem Ausstieg bei der Vuelta keine dreiwöchigen Rundfahrten mehr bestreiten. Jetzt soll sie Tyler Hamilton beim ersten Teamtreffen unter vier Augen umgstimmt haben - wie ist ihm das gelungen? Tyler ist einfach ein unglaublicher Typ, eine beeindruckende Persönlichkeit. Er ist unheimlich ehrgeizig, sehr professionell - ich habe eigentlich noch nie jemanden gesehen, von dem man so sehr sagen könnte, dass er für den Radsport geboren wurde wie er. Mit der Tour ist es eine ganz einfache Sache: Ich bin Angestellter bei einem Arbeitgeber, nach dem ich mich zu richten habe. Wenn wir bei der Tour starten, werde ich alles tun, um dort in bester Form als Helfer an den Start zu gehen. Noch immer ist das für jeden Radprofi ein großes Ziel, dort zu fahren - auch für mich. Ich habe sie jetzt drei Jahre lang verpasst und würde dort gerne nochmals zeigen. Ein mögliches Ziel für Sie bei der Tour könnte dann doch auch das Bergtrikot sein: Niemand hat Virenque bei seinen letzten beiden Siegen herausgefordert - so stark wie Ihr Ex-Teamkollege sind Sie allemal... Zülle (lacht): "Da will ich jetzt erstmal nichts zu sagen. Generell muss ich zuerst einen Platz im Tour-Team haben. Danach gilt es dann ganz klar, für unseren Kapitän Tyler Hamilton zu arbeiten. Eigene Ziele stehen weit hinten. Da wäre ein Hintergedanke an eine Etappe wahrscheinlich realistischer als an den Sieg im Bergklassement." © www.eurosport.de |