|
Trifft man den Schweizer auf einem Rennen, hat man nicht unbedingt den Eindruck, einen kämpferischen und emotionalen Fahrer vor sich zu haben. Dieser Eindruck trügt allerdings gewaltig. Seinen Spitznamen "Perro loco" ("Verrückter Hund") bekam er bei seinem allerersten Profi-Rennen verpasst, als er, um einen Profivertrag kämpfend, ohne Unterlass attackierte. Dies setzte sich auch später fort, teilweise sah sich sogar Miguel Indurain bemüßigt, seiner beherzten Fahrweise mit den Worten: "Hey Alex, rase nicht so, die Saison ist noch lang!" Einhalt zu gebieten. Diesen Ratschlag nahm er sich erstmal 1994 zu Herzen, allerdings mit wenig Erfolg. Bedingt durch seine 13-tägige Führung bei der Vorjahresvuelta beschloss Manolo Saiz, die Saison ganz auf die Tour de France auszurichten. Alex hielt sich also zurück, gewann so gut wie keine Rennen im Frühjahr, musste während der erfolglosen Tour de France aber einsehen, dass diese Art der Vorbereitung für ihn nichts taugt. In der Saison 2000 machte man bei Banesto allerdings den gleichen Fehler: Ermutigt durch das Überraschungscomeback 1999 nach der Sperre bei der Tour fuhr Alex ein absolut unauffälliges Frühjahr. Die Frankreichrundfahrt endete allerdings in einem Desaster und am Ende der Saison standen äusserst magere Ergebnisse zu Buche. |