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::: 30.9.00 Gold an Russland
::: 29.9.00 Einzelzeitfahren Auf dem 48 km langen, technisch anspruchsvollen
Kurs gilt der Amerikaner Lance Armstrong als der Topfavorit schlechthin.Weitere Chancen
werden auch Olano, Jalabert, Hamliton, Ullrich und Klöden eingeräumt. ::: 29.9.00 Interview mit Coast-Teamchef Wolfram Lindner
Lindner: Nun, wir wollen eine GS-I-Mannschaft aufbauen und dazu müssen wir erst einmal Fahrer mit sovielen UCI-Punkten wie möglich verpflichten, um problemlos im kommenden Jahr GS-I-Status zu haben. Aber wir wollen nicht nur irgendein GS-I-Team sein, sondern eines, das bei der Tour de France auch eine Chance hat, das zusammenpasst. Wir haben bereits die Eckpfeiler dazu mit Zülle, sowie drumherum Escartin, Aebersold, Gianetti... Ich verhandle derzeit hier in Sydney außerdem mit einigen anderen Fahrern. Da wird natürlich kräftig gepokert, aber bis nach der Weltmeisterschaft (am 15.10., die Red.) werden wir noch den ein oder anderen Topfahrer präsentieren können. RADSPORT-NEWS.COM: Den GS-I-Status haben Sie sicher? Wieviel Punkte, denken Sie, braucht man dazu? Lindner: Ja, wir werden die erste Division sein. Wir rechnen mit 3.500 bis 4.000 Punkten - das reicht allemal.
Lindner: Ja, Bartko unterschreibt seinen Vertrag bei uns, wenn er wieder zuhause ist in Deutschland. Es ist ja so, wir wollen ja nicht nur gute Ausländer, sondern auch hoffnungsvolle deutsche Talente wie Bartko oder (den 22 Jahre alten Erfurter Vierer-Olympiassieger) Daniel Becke. Die beiden werden mit Sicherheit eine große Zukunft haben. Vom alten Coast-Team werden bei uns bleiben Michael Giebelmann (26), Malte Urban (25), Klaus Mutschler (23) und Christoph von Kleinsorgen (20). RADSPORT-NEWS.COM: Und auf wen haben Sie in Sydney noch ein Auge geworfen? Lindner: Es wird noch eine Bombe geben. Aber ich möchte dazu noch nichts sagen, solange noch nichts unterschieben ist. Es ist so, wir haben einen seriösen Sponsor, der sagt, GS-II ist gut, aber wir wollen ganz nach oben. Wir wollen zur Tour de France. RADSPORT-NEWS.COM: Und an den Tour-Start glauben Sie fest? Lindner: Ja. Es gibt im kommenden Jahr da recht konkrete und objektive Einladungskriterien. Wir werden alles daran setzten, im Frühjahr in den Rennen diese Vorrausetzung zu schaffen. RADSPORT-NEWS.COM: Bei welchen Rennen? Lindner: Bei den Klassikern, den Rundfahrten in Frankreich und Spanien. Natürlich auch bei den deutschen Rennen. Wir wollen uns den deutschen Fans präsentieren, bei allen Rennen, die für uns offenstehen, bei Deutschland-Tour, bei der Friedensfahrt etc... Wir möchten auch mithelfen, den derzeitigen Radsport-Boom zu fördern. Wir werden 20 Fahrer haben und wir werden allen ein schönes Programm bieten. RADSPORT-NEWS.COM: Viele in der Szene äußern sich sehr skeptisch zum Coast-Projekt. Herr Holczer, der Teamchef von Gerolsteiner hat öffentlich in einem Zeitungsinterview die Seriosität Ihres Sponsors angezweifelt. Lindner: Herr Dahms (der Chef des Unternehmens Coast, die Red.) arbeitet seriös. Davon habe ich mich überzeugt. Aber ich verstehe natürlich die Skepsis. Das ist mehr als verständlich. Da kommt plötzlich einen Mannschaft daher, die nimmt den anderen - auch Telekom! - die Medienaufmerksamkeit ein bißchen weg, die müssen da jetzt teilen... Ich verstehe , daß da gezweifelt wird jetzt. Aber in sechs Monaten wird an uns keiner mehr zweifeln. RADSPORT-NEWS.COM: Es gibt Stimmen, die sagen, der Lindner hat die DDR-Auswahl trainiert, die Schweizer Nationalauswahl. Aber eine Profimannschaft, eine GS-I zu betreuen, das ist eine andere Sache. Lindner: Ja, auch dies kann ich verstehen. Aber ich werde bewiesen, daß ich das kann. Ich habe Leute wie Olaf Ludwig als DDR-Amateure gehabt, die haben in ihrem ersten Profijahr gleich voll zugeschlagen und gewonnen. Heute kommen renommierte Profis zu mir und sagen: Mach mal, wir kommen zu Dir. Ein Zülle oder ein Escartin kommen, ohne mit der Wimper zu zucken, und sagen: Jawohl, wir fahren bei Lindner. Und da geht es nicht nur ums Geld. RADSPORT-NEWS.COM: Werden Sie allein die Mannschaftsleitung übernehmen? Lindner: Nein, nein. Ich sage immer, ein guter Dirigent reicht nicht. Wir holen noch zwei gute Co-Sportdirektoren. Wir werden in allen Bereichen mit guten Partnern arbeiten. Unser Sponsor plant langfristig und wir werden gute Mechaniker, gute Masseure, gutes Material haben... RADSPORT-NEWS.COM: Wa sagen Sie zu den Stimmen, daß Zülle, Escartin und Co. zu alt, ausgebrannt sind? Lindner: Alex' Zeit ist noch lange nicht vorbei. Zuletzt in Spanien (bei Banesto, die Red.) ist er nicht mehr recht glücklich gewesen. Ich weiß, was Zülle kann, was er braucht. Man wird einen ganz neuen Zülle sehen nächstes Jahr. RADSPORT-NEWS.COM: Und was erwarten Sie von einem Robert Bartko? Lindner: Er wird bei uns ein, zwei Jahre ohne Druck fahren können. Er soll erst einmal auf der Straße lernen. Es gibt eine alte deutsche Tradition, daß gute Bahnfahrer zu großen Strassenfahrern werden. Wir werden Bartko Zeit lassen und unter guter Führung, auch unter guten Rennfahrerkollegen wir der sich entwickeln können. In zwei, drei Jahren werden wir das Ergebnis sehen. Schauen Sie sich heute (Andreas) Klöden an! Bartko kann ein ganz großer werden. RADSPORT-NEWS.COM: Telekom-Teamchef Godefroot wollte Bartko nicht. Verstehen Sie das? Lindner: Ja klar. Ein Bahnspezialist wie Bartko braucht Anlauf, das braucht Zeit und man weiß nicht immer, was passiert. Aber ich kenne Robert. Ich habe ihn in den Rennen beobachtet, ich glaube an ihn. Das ist der Vorteil, wenn man Schweizer Nationaltrainer ist: Man hat auch mal Zeit, Rennen anzuschauen und ohne daß man erkannt wird... RADSPORT-NEWS.COM: Wann kommen Sie wieder heim aus Australien? Lindner: Ich werde nächste Woche wieder da sein. Bei der Hessen-Rundfahrt werde ich mich sehen lassen. RADSPORT-NEWS.COM: Herr Lindner, wir danken Ihnen für das Gespräch. ::: 28.9.00 Coast-News Alex' neuer Rennstall hat sich weiter
verstärkt. Die Verpflichtung vom 2fachen Olympiasieger Robert Bartko, die in den
letzten Tagen doch noch nicht ganz sicher schien, ist nun in Sack und Tüten. Bartko
erhält einen 2-Jahres-Vertrag und wird wahrscheinlich 200 000,-DM verdienen. ::: 27.9.00 Straßenrennen vorbei Jan Ullrich hat mal wieder das Kunststück
fertig gebracht, auf den letzten Drücker sein Saison doch noch halbwegs zu retten
und erfüllt sich mit dem Olympia-Gold einen Kindheitstraum. Platzt 2 belegte sein
kasachischer Teamkollege Alexandre Vinokourov, das Telekom-Triple macht
Andreas Klöden mit der Bronze-Madaille perfekt. ::: 26.9.00 Weltrangliste Das schlechteste Jahr seiner Profikarriere
schlägt sich auch sehr deutlich in seiner Position in der UCI-Weltrangliste nieder:
In der September-Ausgabe liegt Alex an 42. Stelle mit 729 Punkten, zu wenig, wenn man
bedenkt, daß er Ende 1996 schon mal an erster Stelle lag und unter dem Gesichtspunkt,
daß er durch seine Weltranglistenpunkte den GS-I-Status seines neuen Teams Coast
(mit)sichern soll. ::: 20.9.00 Nun doch zu Olympia! Entgegen verschiedener Meldungen will
Alex jetzt doch beim EZF und Strassenrennen in Sydney starten. Den Ausschlag gab nach
eigenen Angaben die Motivation durch den neuen Vertrag bei Team Coast sowie sein zukünftiger
Sportlicher Leiter und Nationaltrainer der Schweizer Radelite, Wolfram Lindner, der
während der Vuelta täglich mit Alex telefonierte und ihm wieder das nötige
Selbstvertrauen gab. ::: 17.9.00 Auch Escartin zu Coast Alex' neues Team rüstet sich
weiter im Kampf gegen Telekom auf: Jetzt unterschrieb auch der Tour-Dritte von 1999,
Fernando Escartin (Kelme), beim Team Coast. Damit ist der GS-I-Status so gut wie gesichert
und Telekom wird im nächsten Jahr harte Konkurrenz auf deutschen Boden bekommen.
Escartin hatte eigentlich bereits bei Kelme unterschrieben, konnte jedoch die Vertragsklausel
nutzen, die besagte, wenn er ein besseres Angebot eines nichtspanischen Rennstalls
bekäme, könne er gehen. 15.9.00 Interview mit Team Coast-Sprecher
Hahne: Naja, eigentlich sollte die Meldung noch gar nicht unbedingt raus. Aber lange bleibt in der Radsportszene nichts unter der Decke. Seit gestern werden wir überschwemmt mit Angeboten von Firmen, die bei uns als Cosponsoren und Werbepartner auftreten wollen. Wir sind da aber sehr zurückhaltend. Herr (Günter) Dahms, der Besitzer des Unternehmens Coast legt großen Wert darauf, daß ein eventueller Cosponsor auch hundertprozentig zu uns passt. RADSPORT-NEWS.COM: Was für ein Unternehmen ist Coast? Hahne: Wir sind eine Kette von Modefachgeschäften für junge Mode. Wir haben 20 Filialen in Nordrhein-Westfalen. Da wird man sich jetzt fragen: Warum machen die dann Werbung in ganz Europa mit einem Profirennstall? Die Antwort lautet, wir sind dabei, stark zu expandieren. Und auch im Handel über das Internet sind wir stark engagiert. RADSPORT-NEWS.COM: Für wie lange wollen Sie sich im Radsport engagieren? Hahne: Nun, Marketingmaßnahmen wie ein solches Sponsoring sind nur langfristig sinnvoll. Herr Dahms plant langfristig. Wir werden mindestens fünf Jahre im Profiradsport engagiert sein. RADSPORT-NEWS.COM: Über welchen Etat wird die Mannschaft verfügen? Hahne: Dazu kann man zurzeit noch nichts genaues sagen, da wir noch gar nicht wissen, wer noch alles kommt. Nur soviel: Wir werden konkurrenzfähig sein. RADSPORT-NEWS.COM: Konkurrenzfähig auf dem Niveau der Topmannschaften, auf GS-I-Ebene? Hahne: Ja. Wir wollen bei den großen Rennen dabei sein, wir wollen auch zur Tour de France. Und wir wollen die Tour de France auch mal gewinnen... Wissen Sie, unser Chef Herr Dahms macht die Dinge richtig oder gar nicht. Deshalb arbeiten wir ja auch mit einem Spitzenmann wie (dem ehemaligen DDR-Nationaltrainer und erfolgreichsten Radsporttrainer) Wolfram Lindner zusammen. Er hat schon so gut wie alles gewonnen. Nur die Tour de France noch nicht. Und auch ein Mann wie Zülle will sie noch unbedingt gewinnen. RADSPORT-NEWS.COM: Banesto war ja nicht unbedingt überzeugt davon, daß Zülle dies noch mal gelingen könnte. Hahne: Wenn ein Fahrer weggeht, dann kommt da schon mal Neid auf. Wir glauben an Zülle. RADSPORT-NEWS.COM: Welche Neuverpflichtungen planen Sie noch? Hahne: Es werden noch einige Leute geholt. Wolfram Lindner hat in den letzten Tagen 80 Angebote erhalten von Fahrern. In den kommenden Tagen und Wochen wissen wir mehr. RADSPORT-NEWS.COM: Herr Hahne, vielen Dank für das Gespräch. ::: 15.9.00 Olympia-Absage nun endgültig Gestern wurde nochmals offiziell bestätigt,
was sich in den letzten Tagen bereits angedeutet hatte: Alex wird, aufgrund des Ausstiegsverbots
bei der Vuelta und der daraus folgenden mangelnden Vorbereitungsmöglichkeit, nicht
in Sydney am Start sein. Für Alex springt im Straßenrennen vorraussichtlich
der Schweizer Mountainbike-Fahrer Thomas Frischknecht ein. Wer nun für die Eidgenossen
das EZF bestreiten wird, ist aber noch unklar. ::: 13.9.00 Sensations-Transfer! Heute ist eine echte Transfer-Bombe
geplatzt: Alex Zülle wird zum Ende der Saison ins deutsche (noch) GS-II-Team Team
Coast wechseln! ::: 13.9.00 Olympia-Absage? Gestern erwog Alex in der Schweizer
Zeitung Blick eine eventuelle Nicht-Teilnahme an den Olympischen Spielen.
Der Grund ist folgender: Eigentlich hätte Alex die Vuelta schon vor ein paar Tagen
aufgeben müssen, um noch genug Zeit zu haben, sich mit Trainingseinheiten auf
das EZF in Sydney vorbereiten zu können. Sein Sportlicher Leiter will ihn aber
nicht gehen lassen, d.h. er muss die Vuelta beenden, obwohl er eigentlich überhaupt
keine Chance mehr hat, noch vorn mitzufahren. ::: 9.9.00 Erster verbaler Schlagabtausch vor Olympia Nach seinem Ausstieg bei der Vuelta
am 7.9. gab Jan Ullrich in einem Interview seine Favoriten für das EZF bekannt:
das wären Millar (Cofidis), Armstrong (US Postal), Boardman (CA) und Anderson
(letztes Jahr 2. hinter Ullrich). ::: 7.9.00 Alex fährt jetzt sauber Ex-Profi Rolf Järmann sorgte
heute für einigen Trubel durch sein spätes Dopinggeständnis. In der
Neue Zürcher Zeitung und im Blick gab er zu, während
seiner aktiven Karriere EPO genommen zu haben, wie fast alle Fahrer im Peloton. ::: 6.9.00 Wechsel zum Jahresende? Eigentlich war heute der Ruhetag bei
der Vuelta angesagt, aber trotzdem gab es interessante Neuigkeiten um Alex. Die Schweizer
Boulevardzeitung Blick will herausgefunden haben, daß Alex eventuell
seinen Vertrag bei Banesto nicht verlängern wird. Sein Freund und Manager Tony
Rominger wollte schon vor der Vuelta Alex' Vertrag unter Dach und Fach bringen, die
Spanier zögerten dies aber heraus. Nach dem erneuten Scheitern mit einem großen
Rundfahrtsieg im Trikot der iberischen Bank ( 1999 ebenfalls die Vuelta nach einem
frühen Einbruch verloren, ebenso die TdF 2000), wollen die Teamverantwortlichen
Alex ihm nächsten Jahr, wenn überhaupt, nur zu stark verringerten Konditionen
beschäftigen (schätzungsweise verdient er bei Banesto derzeit ca. 1,6 Mio
Sfr im Jahr). |