::: Tour de France 1999

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::: Prolog

Bereits auf dem 6,8 km langen Prolog zeigte Armstrong, daß er nach einer langwierigen Krebserkrankung wieder voll da ist: Auf dem anspruchsvollen Kurs war er der Schnellste und konnte sich am Ende das Gelbe Trikot überstreifen. Alex belegte Platz zwei, nur 7 sek hinter Armstrong, Dritter wurde mit 11 sek Rückstand der Spanier Abraham Olano (Once).

::: 2. Etappe

Die Organisatoren der Tour hatten sich auf dieser Etappe etwas "Besonderes" einfallen lassen: Die Fahrer sollten auf ihrem Weg ins Ziel über die „Passage du Gois“ fahren, ein schmaler, schlammbedeckter Weg durchs Wattenmeer, der nur für ein paar Stunden täglich befahrbar ist. Da jeder ganz vorne fahren wollte, kam es dann zu dem bereits im Vorraus befürchteten Massensturz. Viele Favoriten, darunter auch Boogerd (Rabobank), Jörg Jaksche (Telekom) und leider auch Alex, kamen zu Fall. Armstrong witterte die Chance, viele seiner eventuellen Gegener gleich hier loszuwerden und erhöhte mit seinem Team das Tempo. Alex kämpfte zwar wie ein Löwe, um noch einmal heran zu kommen, aber scheinbar wollten oder konnten die anderen Fahrer ihm nicht helfen, den Abstand zur Gruppe um Armstrong zu verkleinern. So kassierte er gleich zu Beginn der Tour einen Rückstand von knapp 7 min.

::: 8. Etappe

Beim 56,5 km langen, ersten EZF stellte Armstrong sein Können wieder eindrucksvoll unter Beweis. Er nahm dem Zweitplatzierten Alex 58 sek ab, dann folgten mit 2:05 bzw. 2:22 min Christophe Moreau (Festina) und Abraham Olano. Bevor es nach dem Ruhetag in die Alpen ging, hatte der Amerikaner bereits viel Vorsprung auf alle anderen Favoriten.

::: 9.Etappe

Strömender Regen und Kälte auf dem Berggipfeln luden nicht gerade zum Radfahren ein, aber die erste harte Bergetappe mit dem Col du Galibier (HC), Télégraphe (Kat.1) und dem Schlußanstieg in Sestrière nutze Lance Armstrong, um der Konkurrenz erneut zu demonstrieren, wer hier Herr im Hause ist. Am Galibier begannen Kelme und Banesto das Tempo zu machen, US Postal vereitelte aber erfolgreich alle Attacken auf das Gelbe Trikot. In der Abfahrt gab es dann die ersten Fahrer, u.a. Olano, Moreau und Tonkov (Mapei), die dem Tempo nicht mehr folgen konnten. Am Schlußanstieg versuchten Alex, Virenque, Escartin (Kelme) und Gotti (Polti) vergeblich, den Spitzenreiter zu gefährden, Armstrong ließ sich nicht beirren und konnte in einem eindrucksvollen Schlußspurt hinauf nach Sestrière den 3. Tageserfolg feiern. Seinen Vorsprung im Gesamtklassement baute er damit weiter aus: Vor seinem ärgesten Verfolger Olano hat er jetzt 6 min Vorsprung, dann folgen Moreau und Alex mit je über 7 min, Dufaux 8, Escartin und Virenque haben je 9 bzw. 10 min Rückstand.

::: 10. Etappe

Der zweite Tag in den Alpen sollte mit der Ankunft im legendären Alp d'Huez zuende gehen. Am Beginn des Schlußanstieges hatte sich ein Duo mit den Franzosen Stephane Heulot (FdJ) und Thierry Bourguignon gebildet, die ca. 4 min Vorsprung auf das Peloton hatten. Als die Gruppe um Armstrong den Anstieg erreichte, ging das gnadenlose Ausscheidungsfahren richtig los: Moreau, Gotti und Olano gehörten zu den ersten Opfern, nur Alex, sein Teamgefährte Beltran, Contreras, Escartin (beide Kelme), Tonkov, Virenque, Guerini (Telekom) und Armstrong blieben zusammen. Als dann Heulot eingeholt wurde, setzte sich Guerini ab. Obwohl er auf dem letzten Kilomter noch mit einem übereifrigen Zuschauer, der ihn photographieren wollte, zusammenfuhr, konnte er trotzdem die Reihe der italienischen Sieger in Alp d'Huez fortsetzten. Das Gesamtklassement sah nach dieser Etappe wie folgt aus: Armstrong führt weiterhin mit 7:42 min vor Olano, dann kommt Alex mit 7:47 min, es folgen Dufaux (Saeco), Escartin, Virenque und Tonkov.

::: 15. Etappe

Für die Kletterer gab es mit der Bergankunft in Piau-Engaly die letzte Gelegenheit, sich einen Etappensieg zu sicher oder das Klassement nochmals richtig durcheinander zu würfeln. Der Spanier Escartin setzte sich gemeinsam mit dem Schweizer Dufaux am Peyresourde ab. Im Anstieg zum Val Louron löste sich Escartin von seinem Begleiter und fuhr allein dem Ziel entgegen. Wenige Kilometer vor der Zielankunft setzte sich Richard Virenque aus der Spitzengruppe mit Alex, Casero (Festina), Van de Wouwer (Lotto) und Armstrong ab. Alex und der Träger des Gelben Trikots folgten als Einzige. Escartin konnte nun endlich seinen ersten Tour-Erfolg feiern und sich an Position 2. im Gesamtklassement vorschieben. Alex lag nun an dritter Stelle, aber niemand wagte zu bezweifeln, daß sich Zülle diesen zweiten Platz noch im Zeitfahren holen würde.

::: 19. Etappe

Obwohl ihm den Toursieg eigentlich keiner mehr nehmen kann, gab Armstrong im Abschlußzeitfahren nochmals alles und holte bei dieser Tour den 4. Tageserfolg. Alex wurde, wie so oft, „nur“ Zweiter, aber diesmal fehlten ihm nur 9 Sekunden zum ersten Tagessieg. Der Träger des Gelben Trikots und der Schweizer gehörten in dieser Tour eindeutig zu den stärksten Fahrern, denn zwischen den beiden und dem Rest des Pelotons tat sich beim EZF eine deutliche Lücke auf: Während Armstrong knappe 9 Sekunden Vorsprung vor Alex hatte, folgte der Drittplazierte Tyler Hamilton (US Postal) bereits 1:35 min später. Im Gesamtklassement schob sich Alex dank seiner starken Leistung an Escartin vorbei, der nun Dritter ist, und erkämpfte sich , wie bereits 1995, den zweiten Platz.

Wäre nicht auf der 2. Etappe dieser unsägliche Sturz auf der Wattenmeer-Passage gewesen, Alex hätte vielleicht Armstrongs größter Konkurrent im Kampf ums Gelbe sein können. Die Zeit, die er im Rennen auf den Amerikaner verlor, betrug nur 1:35 min, durch den Sturz standen aber dann im Abschlußklassement knapp 8 min zu Buche. Wie dem auch sein, alle waren überrascht, wie Alex eindrucksvoll sein Comeback in die Weltspitze gemeistert hat.