::: Vuelta a Espana 1997

h

::: 6. Etappe

An diesem Tag gab es den ersten großen Angriff der Topfavoriten.

Laurent Jalabert (ONCE) lancierte am Alto de la Cabra Montes (Kat.1) einen erfolgreichen Angriff und konnte den spanischen Favoriten Abraham Olano (Banesto) im Gesamtklassement deutlich distanzieren. Die einzigen, die „Jajas“ Attacke folgen konnten, waren sein Teamgefährte Alex Zülle, dessen Landsmann Laurent Dufaux (Festina) sowie Fernando Escartin (Kelme). Alex war nach dem Rennen froh, daß er mit dem wie entfesselt fahrenden Jalabert gut mithalten konnte und scheinbar seine Form wieder hat: „Ich habe doppelt soviel gelitten wie die anderen, aber ich fühle mich besser, als ich dachte. Und es ist eine böse Niederlage für unsere Konkurrenz.“

::: 7. Etappe

Diese Etappe war geprägt durch den Einbruch der beiden Favoriten Jalabert und Olano. Während „Jaja“ bis fast zum Schluß in sehr guter Verfassung schien, gab Olano das Rennen bei Kilometer 90 auf. Für Jalabert kam der Einbruch auf den letzten 4 Kilometern, als der Kelme-Fahrer Escartin attackierte. Obwohl Laurent litt und sich quälte, kam er kaum ins Ziel und büßte im Gesamtklassement über 8 Minuten ein.

Gewinner des Tages war Laurent Dufaux, der sich erstmals das Gelbe Trikot der Spanien-Rundfahrt überziehen konnte. Auch Alex kam gut mit und blieb Dufaux dicht auf den Fersen.

::: 9. Etappe

An diesem Tag stand das erste Einzelzeitfahren auf dem Plan. Laurent Dufaux (Festina) startete in Gelb, obwohl keiner glaubte, daß er es nach der Etappe noch auf seinen Schultern tragen würde. So war es dann auch: obwohl Alex, immer noch nicht in Topform, das EZF nicht für sich entscheiden konnte, nahm er Dufaux „nur“ 46 Sekunden ab. Dufaux mußte gekämpft haben wie ein Löwe, als ausgesprochener Bergfahrer ist Zeitfahren nicht unbedingt sein Terrain und er gab auch als Ziel an, nicht mehr als 2 Minuten auf Zülle verlieren zu wollen.

Den Tagessieg sicherte sich Laurent Jalabert, noch vor seinem Teamkollegen Alex, der jedoch die 10. Etappe in Gelb in Angriff nehmen wird.

::: 10. Etappe

Es blieb alles beim alten auf diesem Tagesabschnitt, Alex führt weiterhin in der Gesamtwertung und ist froh, endlich in den Rhythmus gekommen zu sein. „Die erste Woche war hart. Ich fand gar keinen Rhythmus. Aber jetzt habe ich ihn wieder.“ Neben Dufaux ist auch Fernando Escartin vom Kelme-Team ein ernstzunehmender Rivale für Alex ' Titelverteidung.

::: 12. Etappe

Auf der schweren Gebirgsetappe mit einer Bergankunft konnte Alex alle Angriffe auf sein Führungstrikot abwehren und seinem ärgsten Verfolger, Laurent Dufaux, noch 10 Sekunden abnehmen. Am Schlußanstieg versuchte , neben Dufaux, vor allem Fernando Escartin, Alex aus dem Trikot zu fahren. Alex ließ aber keinen Zweifel, wer hier Herr der Lage ist und hielt die beiden souverän in Schach.

::: 17. Etappe

Obwohl es eine Sprintetappe war, hätte heute das Gesamtklassement noch einmal durcheinander kommen können. Das italienische Mapei-Team um Sprinter Jan Svorada schlug ein derart horrendes Tempo an, daß das Feld regelrecht auseinandergerissen wurde.

„Heute gab es keine Chance zur Erholung. Svoradas Team ging so ein hohes Tempo, wenn man da einmal in eine ungünstige Position kommt, dann war' s das.“, so der Kommentar von Alex.

::: 20. Etappe

Laurent Jalabert gewann seine zweite Etappe vor Lokalmatador Jose Maria Jimenez. Für ihn war vor allem die Verteidigung des Gelbes Trikots wichtig, aber einem Etappensieg ist „Jaja“ dann doch nicht abgeneigt.

Obwohl eigentlich fast nichts mehr passieren kann, gibt sich Alex immer noch zurückhaltend: „Vielleicht gewinne ich nicht das Zeitfahren am Samstag, wichtiger ist, die Rundfahrt zu gewinnen. Ich habe viel gelitten in diesem Rennen. Die Situation ist ähnlich wie die im Vorjahr, aber als ich dieses Jahr zur Vuelta kam, war ich nicht in Form und ich hatte in der ersten Woche Mühe, mitzuhalten. Dann wurde ich aber besser in den Bergen.“

::: 21. Etappe

Durch seinen Sieg beim Zeitfahren steht Alex kurz vor der Titelverteidigung. Seinen Konkurrenten Dufaux und Escartin nahm er jeweils knapp 2 Minuten ab, sodaß auf der morgigen „Ehrenrunde“ eigentlich nichts mehr schief gehen kann.

Obwohl vieles gegen ihn sprach, konnte sich Alex seinen 2. Vueltasieg in Folge mit Routine und Können sichern. Damit setzt er die Schweizer Erfolgsserie auf spanischem Pflaster fort. Seit 1992 gewannen, mit Ausnahme Jalaberts (1995), nur Schweizer: 3 Mal in Folge war es Tony Rominger, jetzt holte sich Alex 2 Mal hintereinander den Rundfahrtsieg.

Leider verhinderte 1998 die große Verunsicherung durch die Festina-Affäre einen Hattrick.